Wüstenflöhe Etappe 19: St. Louis – Banjul / Serrakunda

Frühes Aufstehen war wieder einmal angesagt. Vor uns lagen die letzen 450 Kilometer bis zum Ziel. Ohne Frühstück setzte sich der Konvoi in Bewegung und brauchte mehr als 30 Minuten, um aus St. Louis herauszukommen. Der Straßenzustand auf unserer Landzunge war immer wieder gespickt mit Entschleunigungsschwellen (“Rungsrippen”), die man wirklich nur langsam überfahren kann. Ab dann ging’s an Kilometerfressen, im Konvoitempo 60-80 Km/h.

Trotz kleinerer Pannen unterwegs kamen wir gut voran. Die Strecke war sehr Abwechslungsreich, wechselte zwischen Asphalt und Piste, doch das ständige Konvoifahren und die steigenden Temperaturen zerrten an der Substanz. Bei nächster Gelegenheit vollzogen wir einen unplanmäßigen Fahrerwechsel. Sicherheit geht vor! Etwas später die gleiche Aktion zurück. Das Bild in den Ortschaften war meistens das gleiche. Die kleineren Kinder freuten sich und winkten uns zu. Die Hände der etwas größeren Kinder zeigten deutlich eine andere Geste, in Verbindung mit dem sehr fordernden Wort ”Cadeau” (Gastgeschenk). Irgendwann kann man es nicht mehr hören… In größeren Städten kam der Vorteil von CB-Funkgeräten (für uns leihweise vom Team “Wüstenfuxx” zur Verfügung gestellt) voll zur Geltung. Auf diese Art und Weise erfuhren wir meistens, wo es gerade Problemchen gab und konnten so auch andere Teams informieren. Da sie nicht alle hatten, kam es in größeren Stadten manchmal dazu, dass einige Teams den gewissen Abzweig nicht fanden und wieder “eingefangen” werden mussten. Doch erfahrener Orgs war dies kein Problem, von der Zeit mal abgesehen…

Als großer Höhepunkt wartete auf uns alle noch die Grenze Senegal – Gambia. Aus damaliger Erfahrung vermuteten wir wieder einen langen Aufenthalt und planten schon unser nächstes Menü. Doch allen zum trotz verlief die Ausreise unkompliziert und die Einreise um Welten komprimiert. Nichts vom schönen Mahl etc., wenig später gab es plötzlich das Signal der Weiterfahrt. Etwa zwei Kilometer fahren und noch einmal einen kurzen Stopp. Die “Wünsche” und Geschäfte der Gastgeber hielten sich so in Grenzen. Weiter ging’s. Wo noch 2008 eine Schotterpiste das Fortkommen erschwerte, wartete auf uns eine Asphaltpiste. Zu unserem Erstaunen verliefen die restlichen Kilometer bis zur Fähre sehr entspannt. Wo wir damals noch Zeit mit Sammeln der Boliden liegen ließen, rollten wir bis zur Fähre einfach durch. Ohne große Wartezeit ging’s auf den “Wassertransporter”.

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Wir hatten das Glück, auf der ersten Fähre zu sein und konnten die Überfahrt noch im Tageslicht genießen. Der Rest hatte davon weniger, ihre Fähre hatte mitten auf dem Fluss Motorschaden und musste durch eine dritte nach Banjul. Wir waren gegen 19:30 Uhr im “Blue Kittchen”, konnten lecker Spaghetti Bolognese essen und frischgezapftes JulBrew trinken, während die anderen erst Stunden später erschienen. Erschöpft und glücklich wurden wir von Heinz zu seinen Campingplatz gebracht. Die Reise war somit geschafft und die Fahrzeuge hatten jetzt eine Ruhepause verdient!

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Wüstenflöhe Etappe 18: St. Louis Ruhetag

Nach dem heißen, langen und anstrengenden Tag gestern, ist der Ruhetag gern willkommen. Schon am morgen zeigte die afrikanische Sonne was sie kann. Im Vergleich dazu war das Meer erfrischend kühl.Schon beim morgentlichen Schwimmen hatte einer der Zeltplatzhunde Achim ins Herz geschlossen und ihn zum Strand begleitet.

Der Platz an der Bar lag schön im Schatten, ein guter Platz um den “Bürokram” zu erledigen. Nebenbei wurden einem von fliegenden Händlern von der antiken Maske, über Halsketten bis hin zu lebensgroßen Schnitzereien aller mögliche Krimskrams angeboten. Die Typen würden einem sogar ins Zelt nachkriechen. Zum Glück schliefen wir draußen.

Am späten Nachmittag machten wir uns dann auf zur Stadtbesichtigung zusammen mit einigen anderen Teams. Dazu hatte so ein lokaler Rumhänger uns extra ein paar Taxis besorgt. Wie aus Zufall hielt jedes Taxi irgend wo anders, aber immer mit der Möglichkeit einer geführten Stadtbesichtigung. Wir haben erstmal unser Grüppchen wieder zusammengeführt. Sofort versuchte dieser Knülch sich als nervender Reiseführer zu etablieren. Da half nur, die Gruppe zu teilen und wir waren den Typen los.

Am Abend gab es eine Wahlkampfveranstaltung bei der auch Yousso N´dour auftreten sollte. Nach Stunden des wartens trat er auch tatsächlich auf, beschränkte sich aber auf seine neue Funktion als Politiker. Gesungen hat er nicht. In den Redepausen spielte aber eine andere Band und konnte auch das Publikum begeistern, so daß die Security alle Hände voll zu tun hatte, aus der Wahlkampfveranstaltung kein Volksfest werden zu lassen. Wir saßen dabei in der dritten Reihe hinter den Ministern des Senegal und sind nun in Fernsehen und Presse afrikaweit berühmt.

Rechtschaffend müde legen wir uns frühzeitig zur Ruhe und Achims Lieblingshund legte sich zwischen uns, um unseren Schlaf zu bewachen.

Wüstenflöhe Etappe 17: Nouakchott – St. Louis

Relativ früh sollte die Fahrt wieder losgehen, doch man passt sich langsam dem afrikanischen Rhytmus an und entschleunigt. Im teils chaotischen Straßenverkehr wurden wir von Salek (Campingplatzbetreiber) aus der Stadt geführt.

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Was dann folgte, war wieder eine Flut an Eindrücken. Man staunt immer wieder, das so mancher alte LKW noch läuft. In Deutschland dank TÜV eher undenkbar. Je weiter wir uns von Hauptstadt entfernten, umso dünner besiedelt und eintöniger wurde die Landschaft. Sie hatte sogar Züge von der West-Sahara. Viel Sand, kleine Büsche / Bäumchen, einfache “Bauernhütten”, aber auch hier und da etwas luxuriösere Bauten.

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Nach unzähligen Kilometern näherten wir uns dem Nationalpark, wo es auf einem Dam entlang dem Senegalriver Richtung Grenze ging. Der Zustand war teils so heftig, dass Fahrzeug und Insachen kräftig durchgerüttelt wurden. Eine Folterstrecke für das gesamte Fahrwerk!

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An der Grenze erwartete uns dann ein ähnliches Prozedere wie an den vergangenen Grenzübertritten. Warten, Verkäufer diverser Waren, Geldtauscher und bettelnde Kinder… Da keiner (auch nicht die Orgs) weiß, wie lange die Ausreise dauert, begannen wir uns etwas zu Essen zu kochen. Nadine gab sich wirklich Mühe, war aber mit dem Ergebnis nicht zufrieden und verzichtete auf ihren Anteil. Wir fanden es nicht so schlimm und verspeisten das Mahl (lactosefreie, seniorengerechte Spaghetti mit Artischockenpesto).

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Irgendwann ging’s plötzlich los und wir krachten einfach die Sachen in unsere Autos. Schon über dem Senegalriver standen wir wieder. Mittlerweile war es dunkel. Dann ging’s schleppend bis zum Zoll. Sie leuchteten in jedes Fahrzeug mehr oder weniger ziellos, Wo nach sie suchten wurde uns nicht schlüssig, da sie es sehr oberflächig durchführten. Vermutlich wollten sie sich nur wichtig tun. Egal, Ruhe bewahren! Dass ist hier das beste Mittel für unsere Karawane. Dann hieß es wieder warten und diverse Kinder / Händler ertragen… Das ist gar nicht so einfach, da der Grenzbereich bis auf ein paar Gebäude nicht beleuchtet war. Zum Glück ging’s relativ schnell weiter und die restlichen 40 km bis zum Ziel waren schon fast ein Genuss. Gegen 22 Uhr erreichten wir unser Ziel, einen netten Hotel-Campingplatz-Komplex am Rande von St. Louis. Schlafmöglichkeit schaffen und dann absacken in gemütlicher Runde, das war’s für diesen Tag.

Wüstenflöhe Etappe 16: Ruhetag in Nouakchott

So ein Ruhetag mit Vollpension ist was Feines. Wir nutzten den Tag für den Pool, schrieben nebenbei den Blog und räumten unser Auto wieder ordentlich ein.

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Am späten Nachmittag nahmen wir uns ein Taxi (es passen locker 6 Leute in einen 190er Mercedes) und ließen uns zum Fischmarkt chauffieren. Der Fischmarkt ist sehenswert. Ein wildes Gewusel an Menschen und Booten. Dazwischen überall der Geruch von frischem und nicht mehr ganz frischem Fisch. Da wir ja Vollpension hatten, brauchten wir leider keinen Fisch kaufen.

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Danach ging es noch auf einen Cappucino in ein Kaffee mit W-Lan und dann zu Fuß zurück zum Abendbrot auf dem Zeltplatz.

Den Abend zündeten wir dann unsere Holzvorräte an und genossen das Lagerfeuer. Das schaffte ein rießiges Loch in unserem Kofferraum…

Wüstenflöhe Etappe 15: Strandnähe – Nouakchott

Wie der Abend endete, begann der nächste Tag. Es dauerte nicht lange, schon war ein Teil der Kinder / Jugendlichen wieder da und bettelten. Nach einem gemeinsamen Frühstück hatten wir bis zum Mittag Zwangspause, um den perfekten Moment zur Strandauffahrt (Ebbe) zu treffen. Zwischendurch erledigten wir den Papierkram und Umtausch einiger Euronen. Zwischendurch haben wir uns noch den Strand besichtigt und uns den Sand von der Haut gespült (Muschelsuche inklusive…). Erstaunlicherweise blieb die Bräune erhalten.

DSC00521DSC00524Gegen 14.00 Uhr ging´s dann los. Alle hintereinander, kurzer Anlauf und dann im Zweiten und Vollgas durch den Sand. Fast hätten wir es geschafft. Dann hatte der Unterboden Kontakt mit den Elementen und wir unseren zweiten Strich auf der Liste (wieder Ron, aber Achim’s Zeit wird noch kommmen :-)). Ansonsten blieb die Kiste heil, außer Kabelbindererneuerung). Anderen erging es schlimmer. Ein Team riß sich den Ölfilter auf, und mußte nach erfolglosem Reparaturversuch an den Haken. Die Strandfahrt war spektakulär, genau wie die Strandausfahrt. Zwischendurch gab es einen Fahrerwechsel, damit beide das Flair genießen konnten. Die Spur bei der Ausfahrt war schon dermaßen zermahlen, daß unsere Räder schon nach 5 Metern in die Luft griffen. Dritter Strich (Achim).

Im Dorf wurde dann gewartet bis alle Teams vom Strand geschafft wurden waren und weiter ging`s. Durch das Dorf zog sich noch eine Minidüne. Mit Schwung darüber und unsere hintere Stoßstange war ab. Wir hatten es gar nicht bemerkt. Da die nachfolgenden Fahrzeuge unsere Stößstange aber auch nicht wieder gesehen hatten, hat sie wohl schnell einen neuen Besitzer gefunden. Wir brauchen nun wieder weniger Kabelbinder.

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Vor der Straße wurde der Luftdruck wieder auf straßentaugliches Niveau gebracht und die letzten 100 km nach Nouakchott waren ein Kinderspiel.DSC00529

Auf dem Zeltplatz wurden wir dann mit einem leckeren Diner, wahlweise gegrilltes Hühnchen, Fisch, oder auch beides, mit Zwiebelsoße und Brot empfangen. Sehr lecker! In gemüdlicher Runde wurde auch dieser abgehakt.

Wüstenflöhe Etappe 14: Wüste – Strandnähe

Nach einer angenehmen Nacht im Freien und einem kurzen Frühstück, sollte es eigentlich gegen acht losgehen. Doch es ist schwer, die Meute komplett auf Kommando zu steuern.

Heute ging es über drei große Dünen mit dazwischen liegenden Plateaus. Die Regel heißt Anlauf, zweiter Gang und den Motor auf Drehzahl halten, egal was sonst passiert. Bei uns lief es wie am Schnürchen, nur beim ersten Aufsetzer riß unsere hintere Stoßstange halb ab. Das Problem wurde auf dem ersten Plateau mit Kabelbindern gelöst. So hatten wir über die anderen Dünen nur einen erhöhten Verbrauch an Kabelbindern zu verzeichnen. 

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Über die “Muscheldüne” (kurzer Halt mit Muschelsuche) ging es mehr oder weniger in Meernähe entlang, wo noch so manche Sandherausforderung folgte. An einem kleinen Fischerdorf fuhren wir wieder etwas vom Strand weg, wo uns diverse Kinder um Gastgeschenke anbettelten. Dieses Prozedere hatten wir noch die nächsten Stunden. Die Orgs entschieden schließlich, sich hier niederzulassen, da wir uns im Bereich der kommenden Strandauffahrt befanden.

DSC00514  Also machten wir wieder eine Wagenburg und warteten, bis die teils nervenden Kinder verschwunden waren. Auf ihnen folgten allerdings Jugendliche, Nicht weniger nervend, aber immer noch höflich. Uns gelang es dennoch wieder, ein gemeinsames Essen zu zaubern (dank Nadine – Team Wüstenklaus, hat italienische Wurzeln und kann Zutaten sehr gut variieren). Wohl bekomms!

Wüstenflöhe Etappe 13: Versteckte Düne – Wüste

Die erste Nacht im freien war irgendwie befreiend und ruhig. Der tägliche Wind flaute während des Abend sichtlich ab und so war es kein Problem. An wilde Tiere dachte von uns jedensfalls keiner…

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Bedingt nur diverse Ausfälle einiger Boliden am Morgen (Kupplungsschaden, Kardanwellenschaden, …) verloren wir soviel Zeit (Zollpapiere mussten umgeschrieben werden), dass die Wüstenetappe um einen Tag gekürzt wurde. Während die Orgs bei uns blieben, schleppte sich der Transporter mit einem der Wüstenführer in die Hauptstadt, während die Patrols wenige Zeit später folgten. Sie sahen wir dann später zur Strandetappe wieder. Nach etwa 150 km Straße folgte endlich die Wüste. Alle Fahrzeuge (außer die Geländewagen) wurden angewiesen, ihren Reifeninnendruck zu senken, um mehr Aufstandsfläche für die Weichsandpassagen zu haben. Zu unserer Sicherheit wechselten wir noch das linke Vorderrad, es war innenseitig teilweise sehr beschädigt. Los ging’s! Es gab feste Teilstücke zum zügigen Fahren und auch tückige Sandstellen. Irgendwann erwischte es uns nach einem Ausweichmanöver und wir steckten fest. Doch alles kein Problem, schnelle gegenseitige Hilfe ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Reise! Unser erster Strich auf der Einsandeliste war perfekt. Danach gab es keine weiteren Probleme mehr bei uns, andere sahen das sicherlich anders… Der Tag war schneller vorbei als wir dachten und so wurde kurzerhand entschieden, in der Mitte von nirgendwo das Nachtlager aufzuschlagen. Gewohnte Prozedur und angenehme Nacht.