Wüstenflöhe Etappe 24: Banjul / Serrakunda Tag 5

Die Versteigerung hatten wir hinter uns gebracht und gebührend gefeiert. Einige nutzten auch das “kulturelle Nachtangebot”, was meistens bis in Morgenstunden dauerte. Mit etwas Schlafdefizit besuchten wir die ersten Hilfprojekte.

Zuerst war das “Krankenhaus” von Sukuta dran (bei uns eher eine Krankenstation / Poliklinik). Es besteht aus mehreren Gebäuden (Behandlungsraum für Frauen und Männer, Geburtenstation, Schlafräume für Angestellte, Küche). Der Zustand der besichtigten Räume war ernüchternd. Alte, abgenutzte Betten und Beistellschränke (jeweils in einem Raum) versprühen den Charme des beginnenden 20. Jahrhunderts. Aber es war zumindest sauber und wird mit “eiserner Hand” von einer Krankenschwester geleitet. Es konnte immer noch kein Arzt dafür gefunden werden konnte. Dieses Hospital liegt mitten in einem Gebiet, was überwiegend von der ärmeren Bevölkerung bewohnt wird. Behandelt werden hier eher nur die kleineren Fälle (Infektionen, Malaria, Schnittwunden, …), schwerere Verletzungen werden an das Krankenhaus in Banjul verwiesen.

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Auf Bilder innerhalb der Räume haben wir bewusst verzichtet, auch um die anwesenden Personen nicht zu verärgern. Nach der Übergabe der Hilfsgüter kam uns die Idee, unseren großen Eli ihr als Motivation und Schmuckstück für’s Büro zu schenken. Sie war darüber sehr beeindruckt…

Als zweites fuhren wir zu einem Vorschulprojekt , dass wir noch nicht kannten (Kindergarten mit Grundsprachausbildung, mittlerweile das 3.!). Über Abenteuerliche “Straßen”, die während der Regenzeit nur mit Allrad befahrbar sind, erreichten wir die LAMBAI NURSERY SCHOOL. Ein kleiner Fleckchen Farbe in einer tristen Umgebung zwischen “Armut” und Müll. Eine “Meute” in violett-grüner Schuluniform hatte uns schon erwartet und begann sofort mit einem kleinen Gesangsprogramm. Anschließend konnte man die Schulräume besichtigen und diverse Hilfsgüter abgegeben. Da bekommt man schon eine Gänsehaut, wenn man bedenkt, dass ohne der Willenskraft des Schulleiters und der Unterstützung der DBO (Dresdner Banjul Organisation, die u.a. die Gehälter bezahlt) hier nichts passieren würde. Es gibt zwar eine staatliche Schulpflicht ab 6 Jahre (Amtssprache englisch), doch ohne Sprachkenntnisse ist eine vernünftige Schulausbildung schier unmöglich und dadurch eine hohe Analphabetenrate vorprogrammiert.

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Die vorhandenen Holzmöbel und Wandtafeln wurden irgendwann von Deutschen gespendet und per Container geliefert.

Nach diesen beeindruckenden Bildern fuhren wir noch zu einem anderen Projekt, dem sogenannten “Womens Garden”. Das im Vorfeld erwähnte Blue Kittchen ist nur ein kleiner Teil davon. Es handelt sich dabei ein mehrere Hektar großes Areal, dass hauptsächlich von ca. 400 Frauen bewirtschaftet wird. Das Land dafür wurde von der Regierung zur Verfügung gestellt. In unterschiedlich großen Flächen (direkte Grenzen waren nicht zu erkennen), werden Salat, Tomaten, Papajas, Mangos, … angebaut und an Hotels bzw. Blue Kiitchen verkauft.

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Direkter geht’s wirklich nicht. Danach war Entspannung angesagt, die jeder sicherlich anders umzusetzen wusste… Da wir mit unserem Blog schon einige Tage im Rückstand waren, entschied ich mich für die Aufarbeitung, während Achim anderen Dingen nachging. Er berichtete später von kleinen Aussetzern, die er auf der Rückreise hatte. Als wir nach einem entspannten Abend zurück in Basislager wollten, streikte unser Mondeo dann komplett! Er nahm kein Gas an und lief auf max. 2 Zylindern. Nach Mitternacht war im dunkeln nichts mehr zu machen, also die runden 1,5 km laufen. Wir vertagten dieses “Problemchen” einfach auf nächsten Morgen… Willkommen in Afrika!

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